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Kairo, August 2014

Entwicklungsland

Ägyptischer Alltag

In Deutschland und anderswo ist die Bus-Spur seit Jahren eine feste Größe – eine Fahrspur auf innerstädtischen Straßen, die nur dem öffentlichen Personennahverkehr vorbehalten ist. So fährt dieser am Stau vorbei, ist schneller und dadurch attraktiver. Jetzt hat auch Ägypten die Maßnahme entdeckt. Auf der Suche nach Mitteln gegen den endlosen Stau der Hauptstadt haben die Planer zu der bislang undenkbaren Maßnahme gegriffen: in Nasr City haben sie auf der Sheria Nahas pro Richtung eine Spur nur für Busse eingerichtet und durch hohe Bordsteine vom Rest der Straße abgetrennt. Und tatsächlich, die Busse fahren und fahren. Nebenan staut sich die endlose Blechlawine. Die neue Errungenschaft bestaunend entdecke ich gleich noch einen der neuen, blauen Busse. „Schau dir unbedingt die neuen Busse mit dem roten Metro-M darauf an“, hatte mich Khaled aufgefordert, „die werden dir gefallen. Sie kosten zwar drei Pfund fünfzig, aber deshalb fährt nur die Mittelschicht mit. Die vielen ärmeren Menschen können sich das nicht leisten.“ Ich runzele die Stirn, halte so eine Fahrgasttrennung nicht für erstrebenswert. Khaled empfindet es hingegen als großartig. Die Fahrt sei viel entspannter ohne das Gedränge und das Klientel sei angenehmer. „So fahren auch Menschen Bus, die das sonst niemals tun würden“, gibt er zu bedenken, „es wäre unter ihrem Status.“ Vermutlich ist es so. Die wichtigste Nachricht hat sich Khaled aber bis zuletzt aufgehoben: „Das Beste ist, es gibt im Bus kostenlosen WLAN-Empfang!“ Während der Fahrt im Internet surfen, das ist tatsächlich ein echter Pluspunkt. So etwas gibt es in Deutschland nicht.

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Bus im Stau, Nasr City, Kairo.

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